Pressemitteilung 03/2026 - Erinnerung als Auftrag: Landesverband Bayern der Gehörlosen gedenkt der gehörlosen Opfer des Nationalsozialismus
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- Montag, 26. Januar 2026 22:45

Gedenktag 27. Januar: Erinnerung als Auftrag – Landesverband Bayern der Gehörlosen gedenkt der gehörlosen Opfer des Nationalsozialismus
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Für uns ist dieser Tag Verpflichtung und Mahnung zugleich.
In unserer aktuellen Pressemitteilung „Erinnerung als Auftrag“ stellen wir uns gegen das pauschale Vergessen. Wir erinnern daran, dass gehörlose Menschen im NS-Staat unterschiedlichen Verfolgungsmechanismen ausgesetzt waren, die wir präzise benennen müssen:
- Die Shoah: Wir gedenken den jüdischen Gehörlosen, die im „Deaf Holocaust“ doppelt isoliert waren. Stellvertretend erinnern wir an den bayerischen Künstler David Ludwig Bloch (1910–2002) aus Floß, der nach der Pogromnacht in das KZ Dachau verschleppt wurde und später ins Exil nach Shanghai fliehen musste.
- Die „Aktion T4“ und Zwangssterilisationen: Wir gedenken den rund 15.000 gehörlosen Menschen, die auf Basis des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ zwangssterilisiert wurden, und denjenigen, die in Tötungsanstalten ermordet wurden, weil ihr Leben als „unwert“ galt.
Kritik am offiziellen Gedenkakt
Inklusion bedeutet auch, gemeinsam zu gedenken. Leider müssen wir feststellen, dass der Landesverband Bayern der Gehörlosen zum heutigen zentralen Gedenkakt des Bayerischen Landtags in Nürnberg nicht eingeladen wurde und vor Ort keine Verdolmetschung in Deutsche Gebärdensprache (DGS) vorgesehen ist. Wir haben dies gegenüber den Verantwortlichen deutlich kritisiert. Unser Ziel ist es, dass gehörlose Menschen im nächsten Jahr selbstverständlicher Teil der staatlichen Erinnerungskultur sind.
Dokumente zum Download: Pressemitteilung: Erinnerung als Auftrag





