Jutta Schweinsberg-Rott – Zurück ins Leben nach der Brustkrebsdiagnose
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- Sonntag, 23. November 2025 12:25

Ich habe an meiner Brust eine ungewöhnliche Veränderung gespürt, ohne Schmerzen – Form und Gefühl waren anders. Deshalb ging ich zur Frauenärztin. Beim Ultraschall war sie sofort skeptisch und schickte mich zur Mammographie. Auch dort blieb ein Zweifel bestehen und es wurde eine Biopsie durchgeführt.
Eine Woche später kam der Befund: bösartiger Brustkrebs.
Am selben Tag war ich wieder bei meiner Frauenärztin. Nach einem Beratungsgespräch überwies sie mich ins Brustzentrum zur weiteren Behandlung.
Die ersten Schritte dort waren:
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Skelettszintigraphie (Prüfung auf Metastasen)
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Computertomographie (CT)
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Blutuntersuchungen
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Vorbereitung für die Operation
Alles musste sehr schnell gehen – enormer Zeitdruck.
Was dann folgte:
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Ein Port wurde eingesetzt, anschließend begann die Chemotherapie (6 Behandlungen)
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Aus Angst vor massivem Haarausfall ließ ich meine Haare kurz schneiden
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Fingernägel wurden mit Vitamin-D-Pflege und UV-Lack geschützt
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Ich bekam Ernährungsempfehlungen für leichte Kost
So schwer es auch ist – ich versuchte, die Situation mit der Zeit anzunehmen. Das klingt von außen leichter, als es ist. Akzeptanz ist ein aktiver Prozess.
Nach der 6. und letzten Chemo lag ich eine Woche lang im Bett, konnte nicht aufstehen. Mein Körper war schwer wie Blei, ohne Appetit, starke Hitzewallungen. In der zweiten Woche konnte ich mich nur wenige Minuten bewegen. Schritt für Schritt wurde es besser – draußen fiel gerade wunderschöner Schnee.
Vier Wochen später begann die Strahlentherapie: 30 Bestrahlungen, täglich außer Samstag und Sonntag.
Drei Wochen nach Abschluss der Bestrahlung ging es zur Reha für Brust- und Prostatakrebs. Dort gab es viele Vorträge, hilfreiche Informationen und ein strukturiertes Therapieprogramm.
Therapien in der Reha:
– Bewegung und Muskelaufbau
– Gedächtnistraining
– Gruppenspiele wie „Mensch ärgere dich nicht“, Puzzle, Kreativangebote
Wie sich mein Leben verändert hat:
Nach der Reha war ich viel wandern, spazieren – oft mit meinem Pferd. Ich fand neue Hobbys: Basteln, Malen, Kreatives. Und ich lernte, mein Leben wieder positiv zu genießen.
Ich war die einzige Gehörlose in einer hörenden Therapiegruppe. Eine Selbsthilfegruppe für gehörlose Brustkrebspatientinnen fehlte völlig. Gemeinsam mit einer weiteren Betroffenen haben wir daher eine anonyme Selbsthilfegruppe gegründet. Kontakt ist möglich über Telegram. Einmal im Monat gibt es ein Treffen per Zoom für alle, die teilnehmen möchten.
Hier ist mein Instgram Account: bunter.mutpfad.in.rosa
Hier das offizielle Schreiben von Jutta Schweinsberg-Rot





